Bayerische Landschaftspflegeverbände begrüßen Stabilität bei Naturschutz und Landschaftspflege
26.11.2025
Ansbach - Die unveränderten Haushaltsmittel lassen zwar wenig Spielraum für neue Aufgaben, doch können die über Jahrzehnte aufgebauten Maßnahmen und Strukturen fortgeführt werden. „Das Kabinett hat verstanden, dass Ausgaben für die Landschaftspflege keine verlorenen Konsumausgaben sind, sondern Investitionen – in lebendige Landschaften, in sozialen Zusammenhalt im ländlichen Raum, in den Tourismusstandort Bayern und in das unverwechselbare Gesicht des Freistaats“, so DVL-Vorsitzende MdEP Maria Noichl. „Damit können die Landschaftspflegeverbände ihre bisherigen Maßnahmen, z.B. die Freihaltung von Weideflächen, die Mahd von artenreichen Feuchtwiesen oder die Anpflanzung von Obstbäumen fortsetzen. Eine vollständige Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben aus dem Bayerischen Naturschutzgesetz und europäischen Richtlinien wie Natura 2000 ist allerdings bei der Mittelausstattung weiterhin nicht möglich.“
Klaus Fackler, Landessprecher der bayerischen Landschaftspflegeverbände, sieht in der Haushaltsplanung ein wichtiges Signal: „Seit den ersten Gründungen Mitte der 1980er Jahre haben Landtag und Umweltministerium den Ausbau der Landschaftspflegeverbände kontinuierlich unterstützt. Der aktuelle Haushaltsentwurf sichert den Fortbestand dieser Strukturen auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen.“ Das bayerische Modell der Landschaftspflege – geprägt durch kooperative, freiwillige und konsensorientierte Zusammenarbeit – habe sich über vier Jahrzehnte bewährt. „Jetzt kann die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Pflegelandwirten weitergehen“, so Fackler weiter.
Noichl und Fackler betonen, dass dieser Erfolg ohne die Unterstützung engagierter Mitstreiterinnen und Mitstreiter nicht möglich gewesen wäre. „Unser Dank gilt den Abgeordneten des bayerischen Landtags, im Besonderen den Mitgliedern des Umweltausschusses sowie Staatsminister Glauber, die sich mit großem Einsatz für Landschaftspflege und Naturschutz in Bayern starkgemacht haben. Dank ihres Engagements kann der kooperative Naturschutz, ein Markenzeichen des Freistaats, erfolgreich fortgeführt werden. Die Landschaftspflegeverbände stehen bereit, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.“
Hintergrund
Landschaftspflegeverbände zeichnen sich durch ein gleichberechtigtes Miteinander von Landwirtschaft, Kommunen und Naturschutz in ihren Vorständen und hauptamtliches Fachpersonal aus. Neben Naturparken und Naturschutzverbänden sind sie die stärksten Partner des Umweltministeriums bei der Umsetzung von Naturschutz und Landschaftspflege. 2024 und 2025 setzten sie über 50% der Mittel aus der staatlichen Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie (LNPR) um. Diese Mittel fließen zu 2/3 direkt an Landwirtinnen und Ladnwirte, die im Auftrag der Landschaftspflegeverbände die praktischen Arbeiten wie Moorwiedervernässung, Feuchtwiesenmahd, Anpflanzungen oder die Freistellung von artenreichen Weideflächen - zum Teil in Handarbeit - übernehmen.
Seit 2018 wurden mit finanzieller und fachlicher Unterstützung des Umweltministeriums 12 neue LPV gegründet, so dass mittlerweile 72 LPV und vergleichbare Organisationen in Bayern Mitglied beim Dachverband (Deutscher Verband für Landschaftspflege) sind. Ihre Aufgaben wurde 2022 durch Ergänzung von Artikel 5 im Bayerischen Naturschutzgesetz noch gestärkt. Erklärtes Ziel der Staatsregierung ist eine flächendeckende Etablierung von LPV in Bayern (Quelle: Biodiversitätsprogramm Bayern 2030), die aktuell über 90% der Landesfläche abdecken.
Mit der LNPR hat der Freistaat eine entscheidende Fördergrundlage für den kooperativen Naturschutz geschaffen. Sie ist bis heute die wichtigste finanzielle Säule der Landschaftspflegeverbände und ihrer Partner. Neben dem Vertragsnaturschutzprogramm (VNP) und weiteren staatlichen Programmen ist die LNPR das beste und flexibelste Instrument, um zielgerichtet die ambitionierten Ziele des Bayerischen Naturschutzgesetzes zu erreichen.
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