Bayern

Aktuelles

Bayerischer Landschaftspflegetag 2026

12.10.2026

Wie können wir Wasser besser in der Landschaft halten und unsere Trinkwasserversorgung langfristig sichern? Beim Bayerischen Landschaftspflegetag 2026 in Weisendorf diskutierten Fachleute aus Politik, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft, welche Rolle die Landschaftspflegeverbände dabei spielen.

Wenn es lange nicht regnet, sinken die Grundwasserstände. Fällt dagegen in kurzer Zeit sehr viel Regen, kann das Wasser oft nicht ausreichend versickern. Es fließt oberflächlich ab, statt im Boden gespeichert zu werden. Wie viel Wasser unsere Landschaft aufnehmen und halten kann, hängt auch davon ab, wie wir sie gestalten und bewirtschaften.

Hier kommen die Landschaftspflegeverbände ins Spiel. Sie bringen Menschen zusammen, die Landschaften nutzen, bewirtschaften und schützen: Landwirtinnen und Landwirte, Kommunen, Wasserversorger und Naturschutz. Gemeinsam entwickeln sie Lösungen, die vor Ort funktionieren, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz unserer Wasserressourcen.

Was die Landschaft für unser Wasser tun kann

Welche Bedeutung diese Arbeit für die Wasserversorgung hat, stand am 12. Oktober beim Bayerischen Landschaftspflegetag in Weisendorf im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Wasser sichern – Landschaft gestalten“ tauschten sich Fachleute aus Politik, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft darüber aus, wie sich Wasserressourcen langfristig schützen lassen. Denn  Moore, Feuchtwiesen, naturnahe Gewässer und Hecken sind nicht nur wertvolle Lebensräume. Sie können auch helfen, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten. Dafür braucht es passende Pflege- und Bewirtschaftungskonzepte, abgestimmt auf die jeweiligen Flächen und ihre Nutzung.

Die Landschaftspflegeverbände organisieren diese Zusammenarbeit und begleiten die Umsetzung. Sie unterstützen beispielsweise die Wiedervernässung von Mooren, die ökologische Aufwertung von Gewässern oder ein angepasstes Grabenmanagement. Dabei geht es nicht um Lösungen von der Stange, sondern um Maßnahmen, die zu den örtlichen Bedingungen passen und gemeinsam mit den Flächennutzenden entwickelt werden.

Wasserschutz gelingt nur gemeinsam

Besonders deutlich wird das in Wasserschutzgebieten. Hier entscheidet auch die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen darüber, wie gut das Grundwasser geschützt werden kann. Landschaftspflegeverbände vermitteln zwischen Wasserversorgern und landwirtschaftlichen Betrieben. Sie helfen dabei, tragfähige Vereinbarungen zu entwickeln, Fördermöglichkeiten zu erschließen und Maßnahmen in die Praxis zu bringen.

Wie das konkret aussieht, konnten die Teilnehmenden bei einer Exkursion ins Wasserschutzgebiet West zwischen Erlangen und Möhrendorf erleben. Dort arbeiten der Landschaftspflegeverband Mittelfranken, die Erlanger Stadtwerke und landwirtschaftliche Betriebe zusammen, um Flächen im Trinkwassereinzugsgebiet zu entwickeln und zu pflegen. Der Ansatz verbindet den Schutz des Trinkwassers mit der Förderung der biologischen Vielfalt.

Der Wassercent soll vor Ort Wirkung entfalten

Auch die Finanzierung von Wasserschutzmaßnahmen spielte beim Landschaftspflegetag eine wichtige Rolle. Mit dem Wassercent bietet sich die Chance, zusätzliche Mittel gezielt für den Schutz der Wasserressourcen einzusetzen.

Tanja Schorer-Dremel MdL, politische Sprecherin der bayerischen Landschaftspflegeverbände, betonte im Vorfeld der Tagung, dass die Einnahmen dort Wirkung entfalten müssten, wo Wasser geschützt wird: in der Landschaft. Die regionalen Netzwerke und die Erfahrung der Landschaftspflegeverbände könnten dazu beitragen, passende Maßnahmen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umzusetzen.

Damit diese Arbeit gelingt, braucht es neben guten Ideen vor allem Menschen, die zusammenarbeiten, und Strukturen, die Projekte langfristig begleiten können. Landschaftspflegeverbände schaffen dafür die Verbindung zwischen den Beteiligten – von der ersten Planung bis zur Umsetzung auf der Fläche.

Wasser zu sichern bedeutet deshalb auch, unsere Landschaft so zu gestalten, dass sie Wasser aufnehmen und speichern kann. Die Beispiele aus Weisendorf und dem Wasserschutzgebiet West zeigen, wie Landschaftspflege, Landwirtschaft und Wasserversorgung dabei an einem Strang ziehen können.


Zurück zur Übersicht
zurück nach oben

Copyright 2026, Deutscher Verband für Landschaftspflege e.V. - Landesbüro Bayern