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Weidetierhaltung braucht eine Perspektive

21.04.2026

Mehr als 80 Verbände fordern bessere Unterstützung der Weidetierhaltung

Berlin/Ansbach – Beweidung ist das effizienteste Instrument für den landwirtschaftlichen Arten- und Biotopschutz. Beweidung mit Schafen, Ziegen, Rindern oder Pferden trägt entscheidend zur Erreichung der nationalen Ziele und Verpflichtungen im Naturschutz, zum Beispiel zur Umsetzung von Natura 2000 und der Natur-Wiederherstellungsverordnung bei. Weidetiere und ihre Halter sind Gemeinwohl- und Ökosystemdienstleister. Darauf weist ein bisher einmaliges, breites Bündnis aus mehr als 80 Bundes-, Landes- und Regionalverbänden der Grünlandbewirtschafter mit Raufutterfressern, der Landschaftspflege und des Naturschutzes als Verbändepattform GRÜNLAND hin. 

10-Punktepapier: Weidetierhaltung ist multifunktional 

In einem 10-Punktepapier wird dazu aufgerufen, ressortübergreifend die Rahmenbedingungen auf EU-, Bundes- und Länderebene für weidetierhaltende Betriebe zu verbessern damit es gelingt, junge Menschen für die anspruchsvolle Tierhaltung in freier Landschaft zu begeistern.

Die Weidetierhaltung steht seit längerem unter großem ökonomischem und arbeitswirtschaftlichem Druck. Die Ursachen sind vielfältig, vor allem mangelnde Wirtschaftlichkeit, unzureichende Planungssicherheit, Nachweis- und Dokumentationspflichten, Sanktionsrisiken und auch die regionale Ausbreitung von Beutegreifern. Die wirksame Unterstützung der Weidetierhaltung ist wichtiger denn je geworden. Mit den zurückgegangenen Tierbeständen können in vielen Grünlandgebieten die naturschutzfachlich wertvollsten Flächen bereits heute nicht mehr anspruchsgerecht gepflegt werden. Ein weiterer Rückgang der Weidetierbestände würde zu noch größerem Artensterben auf dem Dauergrünland führen.

Nationale Weidestrategie gefordert

Das Bündnis fordert eine nationale Weidestrategie, um die Herausforderungen ressortübergreifend anzupacken. Von zentraler Bedeutung wird dabei die künftige Ausgestaltung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) in der neuen Förderperiode ab 2028 sein. Der Bund steht vor der Herausforderung mit weniger Geld aus Brüssel die notwendigen Unterstützungsmaßnahmen zu programmieren, sie finanziell zu untersetzen und abzusichern. Deshalb fordert die Verbändeplattform, dass Förderprogramme gezielt auf Weidetierhalter als Schlüsselakteure des Natur- und Landschaftsschutzes ausgerichtet werden müssen. Die Verbände fordern von der Politik ein klares Bekenntnis zur Beweidung von Grünland, von den Medien eine Unterstützung bei den Informationen zu den Gemeinwohlleistungen der Weidetierhaltung, eine einfache Bürokratie sowie einkommenswirksame Fördermaßnahmen für Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Die Förderung des Nachwuchses ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Ohne stabile, verlässliche Finanzierung der nicht am Markt handelbaren Gemeinwohlleistungen und ohne genügend Nachwuchskräfte fehlt der Weidetierhaltung die notwendige Perspektive und damit die Chance, die von Politik und Gesellschaft geforderten Beiträge zu einem nachhaltigen Natur-, Umwelt- und Klimaschutz zu erbringen.

Das Papier wurde an die Bundes- und Länderministerien für Landwirtschaft und Umwelt gesendet. Das Bündnis ruft weitere Verbände aus den Bereichen Grünlandwirtschaft, Naturschutz und Landschaftspflege dazu auf, das Papier zu unterstützen. Eine Mitzeichnung ist weiterhin möglich.

 

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